Der Finanzdienstleister AWD steht in der Kritik, Zehntausende von Anlegern falsch beraten zu haben. Unter den insgesamt mehr als 30.000 Kunden sollen auch viele Senioren gewesen sein, die Anteile an hochriskanten, geschlossenen Immobilienfonds erworben hatten.
Die Fondsanteile wurden im Zeitraum von 1989 bis 1999 verkauft und hätten über längere Zeit hohe Renditen abgeworfen, so AWD in Hannover gegenüber der Zeitschrift „Finanztest“. Das Magazin erklärte unterdessen, über 34.000 Kunden hätten mit den Immobilienfonds Verluste eingefahren, rund 20 Prozent aller Anleger auf einer von AWD bestätigten Liste hätten den Anteilskauf zudem über Kredite finanziert. Laut Finanztest-Redakteurin Ariane Lauenburg soll der Anteil der von AWD vermittelten Fonds-Käufe sogar noch weitaus höher gelegen haben.
Viele Anleger wurden durch den Kauf der Fondsanteile auf Pump in den finanziellen Ruin gerissen, was insbesondere auf eine Falschberatung durch den AWD zurückzuführen sei, so die Redakteurin weiter. Es sei viel zu riskant gewesen, den Anlegern zu empfehlen, Fonds über Ratenkredite zu finanzieren. Die erhofften Fondsgewinne seien später ausgeblieben, die Anleger auf den Kreditkosten sitzen geblieben.
Bereits vor gut zehn Jahren hatte „Finanztest“ den AWD kritisiert, Anleger wissentlich hereingelegt zu haben. Durch die öffentlich gewordene Liste sei das nun belegt worden. Der AWD habe sich allerdings in den vergangenen Jahren auch in seiner Geschäftsstrategie verändert, und verkaufe heute nur noch in geringem Umfang geschlossene Fonds. Zudem werden Anleger nun auf Risiken beim Kauf solcher Geldanlagen hingewiesen.
AWD sieht den Vorwurf der Fehlberatung zum damaligen Zeitpunkt nicht gerechtfertigt. Das Unternehmen könne nicht verantwortlich gemacht werden, weil sich die Fonds nicht wie erhofft entwickelt hätten. Es sei klar, dass der Kauf von Fondsanteilen immer eine „unternehmerische Beteiligung“ und keine sichere Geldanlage darstelle – und man Kunden entsprechend „schriftlich wie mündlich“ auch darauf hingewiesen hätte.
Der Gründer der AWD Maschmeyer scheint zumindest noch einen guten PR Berater zu haben wie der Blog Kanzleikompa vermutet. In seinem Artikel „BILD ist die Freundin in der Not: Maschmeyers PR-Masche“ erläutert er die Vorgehensweise, wie Herr Maschmeyer Unheil von der AWD wenden will. Schon früher ist AWD in Verruf gekommen, so berichtet Datensicherheit.de 2009 von einer „schweren Datenpanne beim Finanzdienstleister AWD“.
Wer sich fragt was Maschmeyer nach seinem Ausstieg 2009 bei der AWD macht kann dies in dem lesenswerten Blogbeitrag „Neue "Drückerkolonne" oder nur ein Lobbyistenclub mehr?“ nachlesen. Kurz gesagt er hat mit Herrn Rürup eine Beratung zu den Themen Zusatzvorsorge / Altersvorsorge aufgebaut und will hier internationale Lobbyarbeit und Verkauf von Produkten verbinden.
















